Belgrad

Ein Literat schreibt in so einer Stimmung ein Kriegsgedicht. Ein Pianist komponiert ein Intermezzo in Moll. Ein Maler erschafft mit Tusche ein monochromes Blatt. Rosenkranz, Leopoldowitsch, Mahler und Henseler schrieben, komponierten und erschufen in dieser monatelang anhaltenden Stimmung ihr erstes Album „Belgrad“.

Das Projekt BELGRAD wurde Anfang 2015 von Rosenkranz und Leopoldowitsch, die schon vorher miteinander gearbeitet hatten, gegründet, als sie zusammen auf einer mehrwöchigen Osteuropareise waren. Doch sie sollten mit ihren Ideen nicht lange alleine bleiben. Während des Produktionsprozesses schlossen sich gemäß der Bandauffassung von der fortwährenden Verhandlung und Verwandlung von Musik Mahler und Henseler an.

Zwei Generationen, drei Städte in Ost und West, Widersprüche als Chance:
Wohnhaft in Berlin, Dresden und Hamburg und künstlerisch sozialisiert in verschiedenen subkulturellen Szenen vereint die Band BELGRAD unterschiedliche Sichtweisen. Ein vielschichtiger musikalischer Background, der sich widerspiegelt in den Bands, in denen die vier Musiker bereits vor ihrer Begegnung aktiv waren: Stalin vs. Band, Dikloud, Slime, Torpedo Moskau, Kommando Sonne-nmilch, um nur einige zu nennen. Aus den gemeinsamen Aufnahmesessions entwickelte sich dann fast nebenher und unwillkürlich das erste Album:

In Eigenregie produziert, steht nun die Veröffentlichung von „Belgrad“ kurz bevor – ein hässliches Album voller Schönheit, das mit Leichtigkeit schwere Themen behandelt. Treibend und mitreißend, dann wieder ganz leise. Voller musikalischer Leidenschaft und produktionstechnischer Rafinesse, immer wieder durchbrochen von Störgeräuschen. Nicht auf der Suche nach dem Lachen und der Leichtigkeit, aber bewegend, einprägsam und unabhängig von Ansprüchen und Attitüde. Das ist die Ambition, mit der das Projekt begann und die es konsequent verfolgt.

BELGRAD gehört zu keiner Szene, BELGRAD hat kein Genre, BELGRAD ist Suchen, nicht Finden. Bei den ersten Konzerten im Frühjahr 2017 erweiterte das Quartett sein instrumentales Spektrum um elektronische Effekte und Loops. Das Live-Ergebnis lässt zusammen mit den charismatischen Stimmen von Leopoldowitsch und Mahler auch für die bevorstehenden Konzerte eine starke Erfahrung für Künstler und Publikum erwarten. Jenseits von Postpunk, New Wave und 80er Pop, jedoch unter Anleihe der besten Elemente dieser Genres, werden bei BELGRAD eine musikalische Entwicklung und ein Ausdrucksdrang
offenbar, die poetischer und gleichzeitig direkter und rotziger nicht sein könnten.

Debüt-Album: “Belgrad” (VÖ: 01.09.17 via Zeitstrafe)