Finder

© Ania Sudbin

Emotionen, so ungebremst wie ein Aufprall bei 180 km/h. Worte, so wohlgesetzt, als wären sie in Stein gemeißelt. Strukturen, so schroff und zugleich präzise wie ein Bergmassiv in kristallklarer Morgensonne. Finder sind die perfekte Symbiose aus hakenschlagender Spielfreude, entwaffnender Offenheit und druckvoller Abfahrt.

Die Musiker von Finder gehören zu der Zwischengeneration, die beim Gedanken an Songs wie „Juneau“ oder „Understanding In A Car Crash“ feuchte Augen und geballte Fäuste bekommen und vollbringen das Meisterstück, den „Full Collapse“ dieser goldenen Epoche zeitgemäß in die deutschsprachige Rockmusik des 21. Jahrhundert zu übertragen.
Ihre Songs sind hochdynamisch, druckvoll und zugleich voller Luft zum Atmen. Sie verwandeln die Tiefschläge des Lebens in den herrlichen Antrieb des euphorischen Trotzdems. In einem ganz entscheidenden Punkt brechen sie allerdings mit ihrer noch recht jungen Tradition. Im Gegensatz zu Geoff Rickly, Francis Mark oder Matthew Davies gerät Jochen Gros niemals ins Schreien. Stattdessen legt er glasklare Melodiebögen über all die Wunden und Scherben des Lebens, wie eine dichte Schicht feinsten Schnees, der im Winter die scharfen Kanten der Steine verdeckt. Diese Kombination macht die Band so einzigartig und reizvoll. Stücke wie „Wieder klar“ oder “Keiner sagt, dass es einfach wird” beginnen rhythmisch wie klanglich tatsächlich wie vor 15 Jahren die besten Momente von Thursday, öffnen sich dann aber spätestens beim Refrain zu Melodien, deren Verlauf mit jedem Ton die Vorratskammern von Serotonin, Dopamin und Adrenalin aufreißen und den Körper mit Euphorie fluten. Mag sein, dass dies nicht gelänge, wären die gleichen Hooklines in harmlose Popmusik eingebettet, aber in Kombination mit der wonnevollen Wucht entfalten sie einen unbeschreiblichen Sog.

Der weiße Fuchs, der durch die fahlgraue Nacht streift, impliziert zwar eine gewisse Introvertiertheit, doch sollte man Finder in all ihrer Vielseitigkeit und Wucht in jedem Fall extrovertiert auf der Bühne erleben. Fragt sich nur, ob sie es in fünf Jahren übers Herz bringen könnten, einen ihrer alten Helden bei sich als Support mitfahren zu lassen. Denn machen sie so weiter, werden sie diesen Status erreichen. Die Substanz und Größe dafür haben sie schon längst.

Support für Alex Mofa Gang

15.11.19Hamburg, Knust
16.11.19Dortmund, FZW
22.11.19Stuttgart, clubCANN
23.11.19Köln, Artheater
29.11.19München, Kranhalle
30.11.19AT - Wien, Chelsea
06.12.19Leipzig, Werk 2
07.12.19Berlin, Lido
13.12.19Bremen, Tower
14.12.19Frankfurt, Nachtleben
20.12.19Nürnberg, Z-Bau
21.12.19Hannover, Musikzentrum (Jahresabschlusskonzert)
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