Steiner & Madlaina

© Nils Lucas

Steiner & Madlaina malen das Bild einer Welt, die wir schon lange nicht mehr so eindrücklich und reflektiert wahrgenommen haben. Aufbruch, Licht und Schatten und die Bedrängnis der Gegenwart, ausgedrückt in bezauberndem Indie-Folk-Pop, der Zähne zeigt und enorme Dynamik entwickelt. Mal erinnert ihr zweistimmiger Gesang an First Aid Kit, ihre liedschreiberische Zugänglichkeit lässt an den perlenden Pop von Boy denken, dann wieder geleiten uns Nora Steiner und Madlaina Pollina an düstere Abgründe, wie sie auch Emily Jane White beschreibt. Allerdings sind dies nur ungefähre Orientierungspunkte, allesamt Vergleiche, die der Originalität von Steiner & Madlaina nicht gerecht werden.

Dass die beiden aus der Schweiz kommen, ist grundlegend für „Cheers“, das erste Album von Steiner & Madlaina. „Cheers“ heisst nicht nur Prost, Cheers kann ein Anfang und ein Ende sein, eine Begrüßung und auch ein Abschied.

Ihre Musik spielt gekonnt mittextlicher Ambivalenz. Mal fließt sie lieblich daher, dann türmen sich die Instrumente zur Soundwalze auf.Durch die analogen Sounds und teils surfigen Gitarrensounds gewinnt das Album an Wärme und transportiert einen unterschwelligen 60er Jahre Charme. Die Arrangements profitieren davon, dass Steiner & Madlaina mittlerweile mit kompletter Band auftreten – im Zentrum stehen aber immer die beiden Stimmen, die so perfekt harmonieren, dass man die Vertrautheit und langjährige Freundschaft herauszuhören meint.

Sie sind junge, hochtalentierte Songschreiberinnen, ihre Gabe, Emotionen durch Beobachtungen in ihren Liedern zu transportieren, ohne mit Befindlichkeitstexten beliebig zu werden oder sich ausgetretener Pfade zu bedienen, ihre Vorstellung von bestimmten Sounds und Arrangements, die ihre Lieder adäquat präsentieren, die Mehrsprachigkeit als Katalysator von Inhalten, die Originalität ihrer Themen – in der Welt des am Lied orientierten Indie-Pops ist diese Anhäufung von Besonderheiten selten.

Von ihren ersten, selbstverlegten EPs bis zu “Cheers” ist darüber hinaus eine Entwicklung zu bemerken: Songs und Arrangements sind umfassendergeworden, ohne ihren ureigenen Charme eingebüßt zu haben. Sie setzen ihre Mehrsprachigkeit konsequent um – fünf deutschsprachige, vier englischsprachige und einen schweizerdeutschen Titel umfasst “Cheers”. Das genügt höchsten künstlerischen Maßstäben. Und ist doch zugänglich. So leicht und beschwingt im einen Moment – so tief gründend im nächsten. Wie aus Reispapier gefaltet und aus Bronze gegossen – gleichzeitig. Diese Perle der Avant-Pop-Kunst ist ein wahres Geschenk. Ein berückend begabtes Paar mit einem berückend einnehmenden Debütalbum. Cheers!

Debüt-Album: “Cheers” (VÖ: 19.10.18 via Glitterhouse Records)

Support für Antje Schomaker

09.10.18Rostock, Helgas Stadtpalast
10.10.18Cottbus, Bebel
11.10.18Braunschweig, Eule
12.10.18Bielefeld, Stereo Wald
13.10.18Frankfurt, Nachtleben

Cheers Tour 2019

präsentiert von Folker, kulturnews, MusikBlog & Schall.

08.01.19Freiburg, JazzhausTickets
09.01.19Würzburg, CairoTickets
10.01.19Karlsruhe, Substage CafeTickets
11.01.19Köln, Stereo WonderlandTickets
12.01.19Düsseldorf, The TubeTickets
13.01.19Langenberg, KGB KulturGüterBahnhofTickets
15.01.19Hannover, LUXTickets
19.01.19Bremen, ZollkantineTickets
20.01.19Hamburg, NochtwacheTickets
22.01.19Mainz, Schon Schön (kein VVK)
23.01.19Berlin, Musik & FriedenTickets
24.01.19Lübeck, Riders CaféTickets
25.01.19Magdeburg, MoritzhofTickets
26.01.19Osnabrück, Kleine FreiheitTickets
27.01.19Darmstadt, Bedroomdisco (kein VVK)
29.01.19Dresden, OstpolTickets
31.01.19AT - Wien, RhizTickets
01.02.19Lembach, MusikclubTickets
02.02.19Nürnberg, Club StereoTickets
03.02.19München, BackstageTickets
04.02.19Reutlingen, franz.KTickets
05.02.19Ansbach, KammerspieleTickets
06.02.19Leipzig, Moritzbastei (Ratstonne)Tickets
07.02.19Erfurt, MuseumskellerTickets
08.02.19Ludwigshafen, das Haus LuTickets
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