Jens Friebe

Im September ist es so weit: Das lang erträumte fünfte Friebe- Album „Nackte Angst Zieh Dich An Wir Gehen Aus“ kommt – mit Hilfe des grandiosen Berliner “Staatsakt“-Labels – zur Welt. Es ist Friebes bisher ruhigstes, gleichzeitig unruhigstes, vor allem aber beunruhigendstes Album.

Es geht um Enden, das Ende der Welt („Warum Zählen Die Rückwärts, Mammi“), das Ende des Lebens („What Will Death Be Like“), das Ende des Tages („Schlaflied“), das Ende der revolutionären Perspektive („Hölle oder Hölle“) und das Ende einer Liebe, die noch nicht mal angefangen hat („Zahlen Zusammen Gehen Getrennt“), das alles aber nicht gruftig depressiv oder indiepoppig verheult vorgebracht, sondern mit schöpferischer Zerstörungswut und kandelaberflackernder Feierlichkeit. Friebe, der „klügste und schönste deutsche Pop-Hedonist“ (Joachim Hentschel) geht zurück zu seinen Wurzeln – Punk, Wave und Chansons – und zieht aus ihnen blühende Wundergewächse, wie das episch- euphorische Titelstück mit Scott-Walker-Würdigen Streichersätzen.

Man darf gespannt sein, wie Friebe (laut gut informierten Kreisen ebenfalls gespannt) das alles live umsetzen will. Langweilig kann es auf keinen Fall werden, denn der dieses Jahr für sein Solo-Debut abgefeierte Chris Imler („die Coole Sau“(Berliner Stadtmagazin ‚Zitty’) ist auf jeden Fall dabei und verleiht der Show als Drum- und Sampler-Wizzard, sowie Looker Glanz und Fahrt. Der Rest vom Schützenfest steht noch nicht fest. Kommt, staunt und jault.